Woche #1 – Per Anhalter von Deutschland nach Spanien

Neu hier? Hier gebe ich eine Übersicht über meine Reise.


Kurz vorweg: Sorry für die ziemlich Sinnlose Testemail neulich. Die Tatsache, dass jeder automatisch eine Email bekommt, auch wenn ich eine Funktion testen will, hatte ich wohl irgendwie vergessen 😀

Wie dem auch sei, eine Woche ist inzwischen schon vorbei und es wird Zeit für meinen ersten Lagebericht.

Gestartet bin ich am Sonntag den 02. Dezember nachdem ich mit einer Freundin ihren Geburtstag und meinen Abschied gefeiert habe. Allerdings bin ich erst ziemlich spät losgekommen, und bin deswegen nur zum Autobahnparkplatz in der Nähe gelatscht, und habe dort mein Lager für die Nacht errichtet.

Blick von der Autobahnraststätte nach Bovenden

Am nächsten Morgen machte ich mich richtig auf den Weg. Per Anhalter bin ich die A7 und A5 gefahren bis ich in Darmstadt ankam, wo ich meine Großeltern noch mal auf einen Kaffe besucht habe. Von dort ging es dann mit vollem Magen gestärkt Richtung Frankreich weiter.

Zuhause bei Oma und Opa

Allerdings gestaltete es sich ziemlich schwierig aus Darmstadt raus zu kommen, es war dunkel, hatte scheiß wetter und ich war in der Stadt. Am Montag bin ich also nur bis zu einer Raststätte kurz nach Darmstadt gekommen.

Mein Lager kurz hinter Darmstadt auf auf einem Autobahnparkplatz

Am Dienstag ging es für mich per Anhalter weiter. Mein Ziel war es für heute nach Frankreich zu kommen. Ich wollte endlich dem Scheißwetter entkommen, denn es regnete die ganze Zeit und alles war feucht…

Kurz vor Freiburg hatte ich dann verdammt Glück. Ich habe einen Rumänen getroffen, der in Spanien lebt und mit Gebrauchtautos handelt. Ihn konnte ich überreden mich bis nach Almeria in Spanien zu nehmen. Das sind ca. 2000km.

In Frankreich blieben wir dann eine Nacht. Vorher haben wir noch die Gelbwesten gesehen die in Frankreich demonstrieren.

Ein Lager der Gelbwesten

Pyrinäen – Die Grenze zu Spanien

In Almeria in Spanien setzte mich ein Fahrer dann an einer Tankstelle ab. Allerdings habe ich mich da nicht wirklich wohl gefühlt – es gammelten viele Jugendliche dort rum und ich wusste nicht wirklich wo ich mein Zelt hinpacken sollte. Deswegen beschloss ich kurzerhand in ein Hostel zu gehen. Dort konnte ich dann meinen ganzen Kram trocknen und mal eine gute Mütze Schlaf bekommen.

Am nächsten Vormittag wollte ich es dann mal mit dem Trampen in Spanien probieren. Schon im Internet stand dies wäre nicht so leicht – und tatsächlich schien es mir fast unmöglich. Ich wartete mehrere Stunden an der Autobahnauffahrt und mich nahm niemand mit. Frustriert bin ich dann durch Almeria zur Küstenstraße gelaufen. Ich dachte, dass ich dort vielleicht besser weg komme. Allerdings war mir das dann auch nicht mehr so wichtig, denn die Gegend war ziemlich toll und ich hatte durchaus Lust mal in den Bergen zu schlafen.

Tankstelle wo ich auf menenen nächsten Fahrer gewartet habe. Sehr schöne Gegend hier

Wo Ziegen weiden kann es ja irgendwie nicht gefährlich sein 😀

Bei der nächsten Tankstelle an der ich gewartet habe, hat mich dann tatsächlich einer mitgenommen. Ein Bolivianer der nach Spanien gezogen ist. Er fuhr zwar nur ins nächste Dorf, hat mich aber kurzerhand zu sich nach Hause eingeladen. Leider habe ich seinen Namen vergessen weswegen er jetzt hier einfach „der Bolivianer“ heißt.

Ausblick von dem Haus des Bolivianers

Der Bolivianer und seine Frau waren unfassbar Gastfreundlich. Er erklärte mir er hätte mich mitgenommen weil er meinen Rucksack gesehen hat, und sein Sohn gerade auch auf Reisen ist. Genau dieser wurde dann immerwieder kurzerhand zum Übersetzen angerufen. Wollte mir der Bolivianer etwas sagen, und ich verstand es nicht direkt,  rufte er seinen Sohn an der Englisch spricht, dieser übersetzte dann und erklärte mir was sein Vater mir sagen wollte. Nach ein paar Anrufen tat er mir eigentlich echt leid.

Bei Ihm zuhause angekommen wurde ich dann noch gut bekocht und die Familie gab sich große Mühe, dass ich mich wie zuhause fühlte.

Essen beim Bolivianer

Foto mit der Bolivianischen Familie

Am nächsten Morgen machte ich mich dann wieder auf den Weg. Mein Ziel war Malaga. Allerdings bin ich den ganzen Tag nur 2 Städte weiter – bis nach Adra – gekommen und war am Ende ich fertig. Ich bin den ganzen Tag mit meinem viel zu schweren Rucksack durch die Gegend gepimmelt und konnte einfach nicht mehr. Also habe ich dann einfach ein bisschen außerhalb von Adra mein Zelt am Strand aufgeschlagen und den Bus für den nächsten Morgen recherchiert.

Schlafplatz am Strand von Adra

Ich hatte also das Trampen aufgegeben – ich wollte ja nicht ewig in Spaniens Südküste rumgammeln und nahm den Bus nach Algaciras und von Dort aus nach La Linea. Dort gab es einen Couchsurfer der angeblich ein Hausboot hatte und ich bleiben konnte. Allerdings antwortete dieser nicht mehr, aber ich wusste immerhin wo ich hin musste. also beschloss ich einfach mal hin zu fahren und nach zu schauen. La Linea ist eine Stadt die direkt an Gibraltar anschließt, aber nicht wie Gibraltar Englisches, sonder Spanisches Territorium ist.

Im Hafen von La Linea fand ich dann den besagten Couchsurfer jedoch nicht. Allerdings gab es dort eine Bar und ich dachte ich könnte dort ja einfach mal nachfragen. Dort bekam ich dann meine große Überraschung. Eine Gruppe von 7-8 Menschen im Alter 20 – 40, saßen an einem Tisch und schauten mich an – ich schaute zurück. Irgendwann fragte dann jemand „you Backpacker?“ worauf ich mit einem vorsichtigen „yeear“ antwortete. Es gab freudiges gejubel, es wurden Hände geschüttelt und paar Sekunden stand ein Bier vor mir.

Ich war in einer bunt gemischten Gruppe gelandet. Diverse Junge Segler sowie einige andere die nach einer Mitsegelgelegenheit gesucht haben. Außerdem zwei Schweden die an dem Abend alle Getränke ausgaben, was mit Sicherheit zu der guten Stimmung beigetragen hat. Am Ende des Abends wurde ich kurzerhand zu den anderen Bootsuchenden eingeladen. Diese residierten kostenlos  in einer Wohnung ganz in der Nähe. Der Deal war, dass diese die Wohnung streichen, und währenddessen dort kostenlos leben konnten. Seit dem Barabend bin ich nun ein Teil dieser WG.

Die letzten Tage habe ich eher entspannt verbracht. Mit Leuten hier zusammen gekocht, Bier getrunken und andere Kleinigkeiten erledigt. Leider bin ich jetzt erkältet weswegen meine Stimme am Arsch ist. Deswegen werde ich wahrscheinlich erst morgen, wenn es meiner Stimme besser geht mal die Leute im Hafen anquatschen und schauen ob ich ein Boot finde, dass mich mit auf die Kanaren nehmen will.

Das war jetzt mein erster Wochenbericht. Ich hoffe er hat euch gefallen. Falls noch nicht getan könnt ihr euch mit eurem Namen und eurer Emailadresse rechts in den Newsletter eintragen. Dann bekommt ihr immer eine Email wenn ich einen neuen Beitrag geschrieben habe.

2 Gedanken zu „Woche #1 – Per Anhalter von Deutschland nach Spanien

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.