Der Atlantik

Lange ists her, aber mein Blog ist jetzt wieder zum Leben erwacht.

Im letzten Monat war ich viel unterwegs und meistens hatte ich keine Zeit (oder keine Lust) meinen Blog zu schreiben. Und wenn doch war das Internet idr. zu schlecht.

Momentan Sitze ich in Panama City in einem Hostel und habe Zeit, Internet und Lust euch zu berichten wie ich hier gelandet bin.


Jetzt aber erst mal zurück auf die Kanaren. Nachdem ich dort ein Monat durch die Gegend gegurkt bin war ich wieder beim Boot um bei den Vorbereitungen für die Atlantiküberquerung zu helfen.

Das heißt aufräumen, putzen, reparieren und so weiter. Außerdem begrüßten Trevor und ich zwei weitere Mitsegler. Chris ist Engländer und lebt auf Lanzarote. Er hat 20 Jahre eine Segelschule betrieben und ist schon 11 mal über den Atlantik. Er weiß also was er tut. Danny ist ein Freund von Chris und lebt in England. Auch er ist sehr erfahren.

Nachdem wir das Boot einmal Probe gesegelt sind und alle Einkäufe erledigt hatten, tankten wir unsere 400 Liter Diesel voll und machten uns auf den Weg Richtung Süden.

Auf die Kapverden sind es etwa 1000 Meilen, was ca 8 Tagen Segeln entspricht.

Nach ein paar Stunden merkten wir jedoch, dass etwas mit den Batterien nicht stimmte. Wir mussten sie die ganze Zeit laden, obwohl wir kaum was verbrauchten. Wir beschlossen deswegen einen Boxenstopp auf Gran Canaria zu machen, was eh fast auf dem Weg lag.

Nach ca. einem Tag Segeln kamen wir in einem kleinen Touristädtchen an wo sich unsere Vermutung schnell bestätigte: die Batterien wurden auf

Lanzarote tiefentladen, was hieß das neue angeschafft werden mussten.

Nach eintägiger Pause (und neuen Batterien) machten wir uns also wieder auf den Weg. Diesmal sollte alles klappen, denn es gibt keine Inseln mehr zwischen Gran Canaria und den Kapverden.

Atemberaubend schöner Sonnenuntergang

Große Delfine, schwer zu fotografieren…

Leider musste ich auch wieder von neuem feststellen, dass ich Seekrank werde. Diesmal war ich aber gut mit Tabletten gerüstet. Während dem Segeln habe ich versucht möglichst wenig Tabletten zu nehmen (ich mag es nicht so mich mit Chemie voll zu pumpen), ohne dabei allzu seekrank zu werden.

Ansonsten verlief die Passage sehr unspektakulär.

Nach etwa 8 Tagen liefen wir am späten Abend in die Bucht von Mindelo auf den Kapverden ein. Dort ankerten wir eine Nacht bevor es am nächsten Morgen in den Hafen ging.

Mindelo war eine interessante Stadt. Man sah, dass viele Menschen keine Arbeit haben, und der Kontrast zwischen einem erste Welt Hafen und einer dritten Welt Stadt hat manchmal durchaus zum Nachdenken angeregt.

Obwohl die allermeisten sehr nett sind hatte ich manchmal hatte ich das Gefühl, dass die atmosphäre ein wenig angespannt war.

In Mindelo blieben wir mit fünf Tagen etwas länger als geplant, denn die Lichtmaschine war vom Motor abgebrochenen und musste neu angeschweißt werden. Ihr seht, an Booten geht immer was kaputt.

Auf Grund der Verzögerung hatten wir das Glück die Karnevalvorbereitungen mitzubekommen. Im Prinzip einfach Karneval in Klein. Alle Menschen ob jung oder alt kamen auf die Straße und hatten einfach Spaß.

Karneval auf den Kapverden

Nachdem wir noch mal voll getankt haben machten wir die Leinen los für die längste Etappe, nämlich die eigentliche Überquerung des Atlantiks nach St. Lucia.

Für die 2000 Meilen Etappe Richtung Westen planten wir etwa 15 – 25 Tage je nach Windverhältnissen ein.

Die segelei ging gut, und wir konnten ausnahmsweise mal eine Woche ohne große Zwischenfälle Segeln. Dafür konnten wir die Schönheit der See bewundern. Grandiose Sternenhimmel und Meeresleuchten, tagsüber auch Delfine und einmal ein Wal. Zwischendurch kratzt man fliegenfische von Bord und tut ganz alltägliche Dinge wie Kochen und putzen, die auf einem Boot aber aufgrund der Schaukelei doppelt so lange dauern.

Auf etwa der Hälfte der Strecke nach 8 Tagen wurde ich dann richtig seekrank und habe den Fischen ordentliche Mahlzeiten geboten. Daraufhin entschied ich mich die Tabletten gegen Seekrankheit einfach durchgängig zu nehmen was gut funktioniert hat.

Vier Tage vor Schluss ging dann natürlich doch noch was kaputt, nämlich der Spleis des Fockfalles (Öse die das Vorsegel oben hält). Daraufhin mussten wir die Fock bergen und unter Groß weiter Segeln, was aber auch ganz gut ging.

Nach 16 Tagen kamen wir dann auf der karibischen Insel St. Lucia an. Hier wurde ich von unglaublich herzlichen Menschen empfangen. Die einheimischen hier sind irgendwie alle super gut drauf, und verkörpern das karibische Klischee. Wenn etwas getan werden muss kann man es wahrscheinlich auch morgen tun 😉. Dafür haben sie aber eine Vorliebe für Reggae und Rap. Es gab Lastwagen, wo anstatt eines Containers riesige Lautsprecher und ein dj standen. Solche Gefährte fuhren dann laut dröhnend durch die Stadt.

Reparieren des Fockfalles

Wie ich die letzten Tage in der Karibik verbracht habe und wie es dann weiter geht könnt ihr in meinem nächsten Bericht (wahrscheinlich morgen) lesen 🙂

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