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Grenzsteintrophy 2016 – Gescheitert bei viel Regen

Moin mal wieder.

Ich habe gerade mal wieder Lust ein wenig die Tastatur klackern zu lassen, weswegen ich mir überlegt habe was die nächste Tour nach meiner Spanien-Aktion war. Meinem Fotokatalog zufolge muss das die Grenzsteintrophy sein. Das Experiment bin ich 2016 mit meinem Kumpel David angegangen.

Bei der Grenzsteintrophy handelt es sich um ein ziemlich cooles Projekt bei dem man mit dem Fahrrad die ehemalige innerdeutsche Grenze abfährt. Start ist am ehemaligen Dreiländereck zu Tschechien. Ziel ist dann der Priwall an der Ostsee. Mehr darüber könnt ihr hier erfahren.

Vorbereitung

Maßgebliche Informationsquelle für meine Vorbereitung waren diverse andere Blogs im Internet. Dort wurde immer wieder dazu geraten das Gewicht möglichst gering zu halten, weswegen dies das maßgebliche Augenmerk meiner Vorbereitung war.

Fahrräder und Gepäck

Als Fahrräder haben wir einfach die genommen die wir hatten. David hat sein Mountainbike genommen und ich mein Alltagsfahrrad (was sich als Fehler erwiesen hat). Da Davids Fahrrad kein Gepäckträger hat, benutzte er seinen Schulrucksack um seinen Kram zu verstauen. Ich hatte einen Gepäckträger, wollte aber nicht die großen Ortliebtaschen nehmen, weswegen ich einen kleinen Ortliebpacksack und eine Lenkertasche benutzt habe. Der restliche Kram kam in einen kleinen Rucksack.

Nächtigen wollten wir in Hängematten, und wenn es Regnet sollte uns ein Tarp (Baumarktplane) vor Regen schützen. Essen wollten wir eigentlich immer Spagetti, weswegen wir Topf und Gaskocher mitnahmen. An Kleidung haben wir aus Gewichtsgründen nur das nötigste mitgenommen, geschlafen wurde in einem Sommerschlafsack. Für die Bilder sorgte meine Kamera (Sony A6000).

Navigation

Navigiert haben wir mit dem Handy. Die Veranstalter stellen einem einen GPS-Track zur Verfügung, den man dann in sein Kartenprogramm der Wahl laden kann (bei mir Locusmaps). Karten würden hier wenig helfen, da die meisten Wege kaum zu erkennen sind, und man nicht weiß wo die ehemalige Grenzstraße lang geht.

Die Tour

Los ging es in Göttingen am Bahnhof, wo wir per Zug nach Hof fuhren. Dort haben wir auch schon die ersten anderen GSTler getroffen mit denen wir uns auf den Weg zur Kleintierschenke gemacht haben. Dort gab es ein Abendessen und man konnte in einem großen Raum gemeinsam nächtigen.

Das es im Zug schon viel zu kalt war hätte ein Zeichen sein müssen…

Anfahrt zur Kleintierschänke. Links ist David, rechts ein weiterer GSTler.

Große Diversität an allem Möglichen an verrückten Fahrrädern

David und ich entschieden uns allerdings die erste Nacht schon im Wald zu verbringen um unsere Ausrüstung zu testen. Dort quatierten für uns also mit unseren Hängematten und Tarp ein. Der Nebel der in der Luft lag rundete das mystische Bild ab.

Unsere Hängematten-Konstruktion…

…mit Tarp

Am nächsten morgen ging es gemeinsam mit den anderen GSTlern zum nahegelegenen Startpunkt. Tiefe Wolken kündigten das kommende feuchte Unheil an, und auch pünktlich zum Start am ehemaligen Dreiländereck fing es an zu regnen.

Dieser sollte dann auch für den ersten Tag nicht mehr aufhören. Es regnete unaufhörlich in Strömen, und wir mussten feststellen, dass unsere „Regenkleidung“ den Namen nicht wirklich verdient. Nachdem wir mit großer Euphorie – auch bei Regen – gestartet sind, milderte sich diese nach und nach als uns immer kälter wurde, und auch der Magen sich meldete. Klitschnass hatten wir das Problem, dass sobald wir zum Essen anhalten , sich auch unser Puls senken, und wir noch mehr frieren würden. Deswegen verzehrten wir unsere mittelmäßig schmeckenden Backed Beans erst als wir gefühlt kurz vorm Hungertot standen.

Diese Pfütze zeugt von „ein wenig“ Regen, wir aber noch bei guter Laune 🙂

Die Strecke war ziemlich anspruchsvoll. Ständig geht es nur auf und ab auf so genannten „Lochsteinplatten“. Aus Ihnen bestanden damals die Panzerstraßen. Eine ging die komplette ehemalige Grenze lang. Diese durften wir nun befahren. Das fiese an diesen Platten ist allerdings, dass sie das Fahrrad und den Fahrer ziemlich durchschütteln. Viel mehr als es jeder wurzelbewucherter Waldweg tun würde.

Lochsteinplatten lassen den Fahrradreifen immer sehr gut versinken. Hier zum Glück so verwuchert, dass es nicht all zu schlimm ist.

Am späten Nachmittag waren wir so fertig, dass wir beschlossen einen Mittagsschlaf abzuhalten um den schlechten Schlaf aus der letzten Nacht nachzuholen. Wir spannten also unsere Hängematten auf und ich war schnell im Schlaf versunken… bis… mich ein besorgtes „Johnny?“ aus meinem Schlaf holte. Es hatte mit dicken Tropfen angefangen zu regnen, und wir beeilten uns unseren Kram ins trockene zu bekommen. Doch wir waren zu langsam und es war im Prinzip alles nass. Wir machten uns also weiter auf den Weg,

Als später tatsächlich die Sonne ein paar Sekunden aus den Wolken lukte nutzten wir die Chance und hingen unseren ganzen Kram auf, damit er für die nächste Nacht trocken ist. Diesmal hatten wir auch Internet für den Regenradar und konnten uns ruhig an den Straßenrand schlafen legen. Später kam auch noch eine nette Dame, des wunderlichen Anblickes wohl besorgt, und fragte uns ob sie uns denn helfen könne, aber wir waren eigentlich ganz glücklich in unseren mitlerweile trockenen Schlafsäcken.

Einfach mal alles trocknen – am Straßenrand 😛

Für den Abend entschieden wir uns unter einem Unterstand zu schlafen. So könnten wir uns das Aufbauen des Tarpes sparen und mussten keine Angst haben nass zu werden.

Nächtigen im Unterstand

Die Nacht war leider VIEL zu kalt. Mit Temperaturen, nicht weit vom Gefrierpunkt hatten wir nicht gerechnet. Unsere Sommerschlafsäcke waren viel zu kalt und wir konnten kaum ein Auge zu bekommen, weswegen wir am nächsten Morgen leider noch fertiger waren als am Abend zuvor.

Wir machten uns zwar noch mal auf den Weg, jedoch waren wir uns relativ schnell einig, dass wir die Strecke wohl nicht zu ende bringen werden. David hatte keine Lust mehr, und auch mein Spirit lies zu wünschen übrig. Hinzu kam, dass sich eine Sehne an meinem Handgelenk durch das ständige Geschüttel entzündet hat, wodurch ich eigentlich nur noch einhändig fahren konnte. Deswegen entschieden wir uns in die nächste größere Stadt zu fahren um den Zug nach Hause zu nehmen.

So hatten wir nach langer Zeit wieder Asphalt unter den Rädern was mal eine nette Abwechslung war. Zwischendurch fanden wir noch einen „Lost Place“ den wir ausgiebig besichtet haben. Zum Schluss ging es dann wieder im (normal beheizten) Zug nach Hause.

Irgendein altes Gebäude…

…mit dunklen Kellern 😉

Also Was lerne ich aus der Tour?

  • Dem Gewichtsoptimierung / Minimalismuswahn nicht zu viel Wert beilegen.
  • Es kann auch im Sommer arsch kalt werden –> Schlafsack und mehr Kleidung einpacken.
  • Ohne vernünftige Regensachen geht nix.
  • Lochsteinplatten auch nur mit geeignetem Fahrrad.

Dann bis zum nächsten mal GST. Letztes und dieses Jahr habe ich es leider nicht geschafft, aber man wird mich sicher nochmal sehen 😉